Krebs und Angst

Subjektive Theorien von Laien über Entstehung, Vorsorge, Früherkennung, Behandlung und die psychosozialen Folgen von Krebserkrankungen
Langbeschreibung
Der Vordergrund und die Tiefendimension Zwei Aspekte dieses Buches sind hervorzuheben: der exemplari­ sche Charakter und die behutsame Methode der Mitteilung. Exem­ plarisch, weil die subtile Untersuchung einer konkreten und speziel­ len Frage mit praktischen Konsequenzen für die Gesundheitspolitik dem aufmerksamen Leser zugleich deutlich macht, wie problema­ tisch viele seiner Vorstellungen über seine Wirklichkeit, seine Bezie­ hungen zu den Mitmenschen und zu sich selbst sind; behutsam, weil diese Aufklärung gewissermaßen zwischen den Zeilen ge­ schieht. Der Autor überläßt es dem Leser, ob er den Hintergrund wahrnehmen will, der sich als Konsequenz der Untersuchungen ab­ zeichnet, oder ob er sich mit dem Vordergrund der mitgeteilten Er­ gebnisse begnügt. Auf eine kurze Formel gebracht: Das Buch kon­ frontiert den Leser mit dem Faktum der Einsamkeit des Menschen und dem Ungenügen der Sprache als Mittel, diese Einsamkeit zu überwinden, aber es läßt ihm die Möglichkeit, sich dieser Konfron­ tation nicht auszusetzen. Es bleibt dem Leser überlassen, ob er aus der Darstellung der Schwierigkeiten, mit denen eine Untersuchung über subjektive Krankheitsvorstellungen zu kämpfen hat, die Konsequenz zieht, daß Worte allein nicht ausreichen, wenn wir mit unseren Mitmen­ schen Informationen über das austauschen wollen, was uns bewegt, was wir denken und was wir in den Situationen erleben, die unsere Wirklichkeit konstituieren; daß Kommunikation auch auf außer­ sprachliche Mittel zurückgreifen muß und daß Gespräche, die die­ sen Namen verdienen, Strategien erfordern, welche sich dem per­ sönlichen Kern des Mitgeteilten behutsam nähern und dabei auch die außersprachlichen Mitteilungen aufmerksam registrieren.
InhaltsangabeI Forschungsüberblick. Subjektive Krankheitstheorie und Gesundheitsverhalten.- 1 Einführung.- 2 Grundgedanken der präventiven Krebsbekämpfung.- 2.1 Entstehung und Bedeutungswandel des Präventivgedankens.- 2.2 Begründung der präventiven Krebsbekämpfung.- 2.3 Gesundheitspolitische Ansätze präventiver Krebsbekämpfung.- 2.4 Zusammenfassung.- 3 Prävention als Thema für das Individuum.- 3.1 Ansatzmöglichkeiten des einzelnen Menschen im eigenen Lebensbereich.- 3.2 Beteiligung an Krebsfrüherkennungsuntersuchungen.- 3.3 Zusammenfassung.- 4 Präventive Krebsbekämpfung als Thema der medizinischen Psychologie - Untersuchungsmöglichkeiten der Motivation zur Krebsvorsorge.- 4.1 Gibt es ein Gesundheitsmotiv? Gesundheitsdisziplin und Gesundheitspräferenz.- 4.2 Unspezifische Bedingungen präventiven Verhaltens - Gesundheitsorientierung und Lebensstil.- 4.3 Zeiterleben, Zukunftsorientierung und Selbstverantwortlichkeit als Voraussetzungen präventiven Verhaltens.- 4.4 Das Health-belief-Modell.- 4.5 Subjektive Wahrnehmung von Kausalität und Kontrolle: die Attributionstheorie.- 4.6 Voreingenommenheit bei der Einschätzung von Kausalität und Kontrolle.- 4.7 Hilflosigkeit und fatalistisches Verhalten.- 4.8 Beeinflußbarkeit der subjektiven Wahrnehmung von Kausalität und Kontrolle.- 4.9 Health-locus-of-control-Forschung.- 4.10 Angst, Abwehr und Vermeidungsverhalten.- 4.11 Antipräventives Verhalten, Reaktanz und Krankheitsgewinn.- 4.12 Spezielle Probleme einer Bedeutung hypothetischer prämorbider Persönlichkeitsmerkmale von Krebspatienten für die präventive Krebsbekämpfung.- 4.13 Zusammenfassung.- 5 Epistemisches Subjektmodell und "subjective Krankheitstheorie".- 5.1 Ordnungsversuche krankheitsbezogener Gedanken, Phantasien und Gefühle.- 5.2 Subjektive Krankheits- und Gesundheitskonzepte.- 5.3 Einstellungen.- 5.4 Das Forschungsprogramm "subjektive Theorie" in der psychosomatischen Medizin, der medizinischen Psychologie und der Gegenwartsvolkskunde.- 5.5 Subjektive Krankheitstheorie, Handeln und Emotionsverarbeitung.- 5.5.1 Assoziationen, Nebenbedeutungen.- 5.5.2 Funktionen subjektiver Krankheitstheorien in psychodynamischer Sicht.- 5.5.3 Die fortlaufende Veränderung subjektiver Krankheitstheorien im Zusammenhang mit Gefühlen.- 5.6 Zusammenfassung der Unterschiede zwischen alltäglichen ("naiven"/"subjektiven") und "wissenschaftlichen" Krankheitstheorien.- 5.7 Krankheitswahrnehmung und Hoffnung.- 5.8 Zusammenfassung.- 6 Subjektive Krankheitstheorie und Angst. Spezielle Aspekte bezüglich der Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennung.- 6.1 "Vorstellung" vs. "Erleben".- 6.2 Abhängigkeit der Laientheorien über Krebs von der subjektiv empfundenen Betroffenheit.- 6.3 Motivationale Wirkungen von Angst.- 6.4 "Abwehr" und "Vigilanz".- 6.5 Zusammenfassung.- 7 Wechselwirkungen zwischen Angst, dem Verlauf und der Verarbeitung von Krebserkrankungen.- 7.1 Reaktionen auf die Eröffnung der Diagnose "Krebs".- 7.2 Somatopsychische/psychosomatische Wechselwirkungen.- 7.3 Coping (Krankheitsverarbeitung).- 7.4 Kontrollempfindung, Selbstbild und Selbstwert.- 7.5 Krebserkrankung und Lebenssinn.- 7.6 Außenseitermedizin und Wundermittel im Lichte subjektiver Theorien über Krebs.- 7.7 Zusammenfassung.- 8 Angst, Therapiecompliance und Arzt-Patient-Beziehung.- 8.1 Voraussetzungen von Verständigung und Empathie zwischen Arzt und Patient hinsichtlich des Krebsproblems.- 8.2 Übertragung und Gegenübertragung bei der Kommunikation über Krebs.- 8.3 Das ärztliche Gespräch bei Krebsfrüherkennungsuntersuchungen.- 8.4 Das Syndrom des "Ausgebranntseins".- 8.5 Patientengehorsam vs. Patientenselbstbestimmung.- 8.6 Zusammenfassung.- 9 Subjektivität, Intersubjektivität und Kommunikation. Stigmatisierung vs. psychosoziale Unterstützung von Krebskranken.- 9.1 Isolation und Selbstisolation.- 9.2 Mitleid und Verachtung beim Streben nach einer gerechten Welt - Schuldzuschreibungen und Strafphantasien in subjektiven Krebstheorien.- 9.3 Antizipatorisches Trauern.- 9.4 Übertragbarkeitsphantasien.- 9.5 Krebs und
Autor*in:
Rolf Verres
Art:
Kartoniert
Sprache :
Deutsch
ISBN-13:
9783540165194
Verlag:
Springer Verlag GmbH
Erscheinungsdatum:
01.10.1986
Erscheinungsjahr:
1986
Maße:
24.40x17.00x0.00 cm
Seiten:
398
Gewicht:
725 g

49,99 €

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